Sonntag, 13. Mai 2012

Halló vinir sun (:
das ist Isländisch und heißt "Hallo Freunde der Sonne". Heute gibt´s mal wieder was Neues von mir.
Gestern bin ich mit meiner Mami und meinem Papi nach Braunschweig gedüst, um an einem Vorbereitungs-, Informations- u- Kennenlerntreffen von Kaplan teilzunehmen. Das Ganze ging von um 11 Uhr bis 18 Uhr. Danach war ich so ziemlich fix und fertig, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich hab nette Leute kennen gelernt und viel über mein bevorstehendes Auslandsjahr erfahren.
Als aller erstes muss ich aber von Braunschweig erzählen. Wirklich, ich hätte niemals gedacht, dass diese Stadt so schön ist. Hier mal ein paar Fotos:

Der Braunschweiger Schlossplatz vor dem Flashmob - öde und  leer.
Braunschweiger Löwe


So,  jetzt wieder zum eigentlichen Thema. Zuerst hörten wir uns eine kleine Einführung an, dann wurden Eltern und Austauschschüler in zwei Gruppen geteil. Alle Austauschschüler haben sich dann in der Gruppe kennengelernt. Wie ich schon sagte, die Meisten waren total nett und offen. So fiel es nicht schwer neue Bekanntschaften zu schließen. Den Ein oder Anderen sehe ich ja dann am 1. September wieder. Dann heißt es für mich nämlich  Tschüss Familie, tschüss Freunde, tschüss geliebter Leander.. tschüss altes Leben. Nun gut, nach der Kennenlernrunde haben wir Gruppen gebildet und ermittelt, was "Familie sein" bedeutet. Unter anderem halt auch, dass man mal mit anpackt und sich nicht von vorne bis hinten bedienen lässt. Das ist in der Gastfamilie dann verdammt wichtig. Die Leute nehmen einen freiwillig auf und lassen dich ein Jahr bei ihnen leben, lassen dich in ihre Familie. Man ist da nicht im Hotel, man führt ein "ganz normales" Familienleben. Danach haben wir viele Fragen beantwotet bekommen, die uns schon lange auf dem Herzen lagen. Zum Beispiel:
Ist es schlimm, wenn man jetzt noch keine Gastfamilie hat?
Natürlich ist es das nicht. Man hat vorher sowas wie einen Steckbrief und einen Brief an die Gastfamilien, in denen man sich selbst beschreibt, aber auch sagt, was man sich für eine Familie wünschen würde, ob man mit Haustieren oder kleinen Kindern klar kommt usw. geschrieben. Kaplan hat verschiedene Partnerorganisationen in den Ländern, wo sie Schüler hin vermitteln. In Engalnd ist es zum Beispiel die White House Guardianship. Die haben überall im Land Koordinatoren, die mit allen Gastfamilien im jeweiligen Bezirk in Kontakt stehen. Besagte Koordinatoren sind dafür zuständig, dass eure Unterlagen zu ausgewählten (passenden und kontrollierten), zu Verfügung stehenden Gastfamilien kommen. Die haben dann eine weile Zeit, sich zu überlegen, ob sie einen nehmen, oder eben nicht. Die Koordinatoren sind neben der Gastfamilie, während eines Aufenthaltes auch die Ansprechpartner und stehen einem jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Es ist logisch, dass das alles seine Zeit braucht, deswegen muss man sich keine Sorgen machen, wenn man jetzt noch keine Gastfamilie hat. Ich hab auch noch keine. In England wird erst die Schule gesucht und dann die Gastfamilie, aber wenn man schon eine Schule hat, ist die Familie auch nicht mehr weit (:

In der Fragerunde wurden auch Dinge besprochen, wie:
- Konto
- Handy Vertrag oder Prepaid?
- Taschengeld
- Gastgeschenke
- Fächerwahl an Schule
- Regelverstöße wie,  Alkohol- u. Drogenkonsum
- finden eines Freundes / einer Freundin u. mögliche Schwangerschaft
usw.

Was ich besonders schön fand, es waren Returnees (ehemalige Austauschschüler) da, die einem wirklich jede Frage beantworten konnten. Kurz vorm Ende, bekamen wir alle ein Kaplan T-Shirt   und wurden als Gruppe fotografiert.


            von vorne                                                                     von hinten

Wenn ich das Gruppenbild irgendwo finde, werde ich es mal posten (:
Zum Schluss haben wir noch über Kulturen geredet. Kulturen sind wie Eisberge, der größere Teil liegt unter der Oberfläche. Alles was man sehen kann, ist nur der oberflächliche Teil, aber man muss unter die Oberfläche schauen, um etwas wirklich beurteilen zu können.
Nun gut, der Tag war ziemlich lang und anstrengend, aber die Zeit verging trotzdem wie im Flug, der Tag hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich bin super vorbereitet, aber ich hab es immer noch nicht realisiert, dass ich in genau 16 Wochen in einem Flieger sitze, der Richtung England fliegt. Es scheint noch so weit weg zu sein, aber die Zeit rennt und ehe ich mich versehe.. befinde ich mich im größten Abenteuer meines noch so jungen Lebens.

In diesem Sinne,
Lotta (: